Johannes Ludwig

Ansatz und Methodik




Mein Ansatz ist zum einen von zentralen Prinzipien der humanistischen Psychologie geprägt, welche bereits in meinem Masterstudium theoretische und praktische Anwendung fanden. Dazu gehören z.B. Elemente der Gestalttherapie, der Themenzentrierten Interaktion, der gewaltfreien Kommunikation oder allgemein Methoden der elicitiven Konflikttransformation, bei dem das transformative Potential eines Konflikts in den (Beziehungs-) Dynamiken des Konfliktes selbst verortet wird. Dieses humanistische Verständnis wurde durch meine Trauma-therapeutische Ausbildung erweitert, in der ich mich intensiv mit Phänomenen von psychischer Spaltung/Dissoziation und generationsübergreifenden Dynamiken von Traumatisierung auseinandersetze. Jener transdisziplinäre Ansatz kam ebenso in meiner Ausbildung zum Supervisior am Münchner Institut für Psychotherapie und Supervision zur Anwendung, die hauptsächlich von humanistischen, aber auch von verhaltenstherapeutischen, systemischen und tiefenpsychologischen Prinzipien geprägt war.
Über diesen Ansatz hinaus basiert meiner Arbeit auf den Erkenntnissen des Yoga nach Patanjali und den angewandten, buddhistischen Lehren von Thich Nhat Hanh. Insbesondere das Verständnis dieser beiden Lehren über das menschliche Bewusstsein und die Beziehung zwischen Bewusstsein und Körper bereichern meine Arbeit ungemein.

Eine kurze Beschreibung der Methoden finden sie in der Folge:

Aufstellungen mit der Anliegenmethode

Die Anliegenmethode ging aus einem Trauma-therapeutischen Kontext hervor und stellt die Bedürfnisse und Autonomie des/der KlientIn in der Vordergrund. Dadurch grenzt sie sich klar von der klassischen Familienaufstellung ab.
Thema einer Aufstellung kann ein Familienthema sein, genauso wie mit einer Aufstellung aber auch berufliche, gesundheitliche oder partnerschaftliche Fragestellungen bearbeitet werden können. Somit ist es durch Aufstellungen beispielsweise möglich, mehr Klarheit über Ängste und innere Muster zu erlangen, körperliche Symptom und Krankheiten besser zu verstehen. Ebenso hat sich die Aufstellungsmethode sehr gut in der Supervision bewährt.
Die einzige Voraussetzung für eine Aufstellung ist die Formulierung eines Anliegens durch den/die KlientIn.

Gruppensitzung: In einer Gruppensitzung sucht der/die KlientIn Personen aus der Gruppe als Stellvertreter für Wörter oder Elemente ihres/seines Anliegens aus. Die Aufstellung der Stellvertreter erfolgt Schritt für Schritt, je nach Tempo der jeweiligen Person und je nach Relevanz für die Aufstellung. Eine Aufstellungsgruppe kann, falls es sich nicht um ein ausgeschriebenes Seminar handelt, entweder von dem/der KlientIn organisiert werden, oder ich kann selbst StellvertreterInnen einladen.

Einzelsitzung: In einer Einzelsitzung arbeite ich auf einer vertrauensvollen Ebene direkt mit der/dem KlientIn zusammen. Insbesondere für persönliche Prozesse kann ein solch privater Rahmen hilfreich sein. Vom technischen Vorgehen gibt es kaum Unterschiede zur Gruppenarbeit, der/die KlientIn kann mich als Stellvertreter für verschiedene Rollen aufstellen und/oder dafür Bodenmarker verwenden.

Yoga

Bei Yoga geht es darum, eine Verbindung zu schaffen, zwischen sich, dem Körper, seiner Atmung, seiner Mit- und Umwelt und schlussendlich zu Gott. Darauf weist auch das Wort Yoga selbst hin, welches „Vereinigung“ bedeutet. Patanjali beschreibt im Yoga-Stura acht zentrale Elemente des Yoga. Durch asana (Körperhaltungen) und pranayama (Atemübungen) wird der Körper stabilisiert, gereinigt und gleichzeitig entspannt. Mit den weiteren Teilen des Yogawegs, nämlich pratyahara (Ausrichtung der Sinne nach Innen), dharana (Konzentration) und dhyana (Meditation) beginnt die subtilere Arbeit mit unserem Körper, dem Atem und unserem Bewusstsein. Bei jedem einzelnen dieser Elemente findet sich ein großer Schatz an Übungen und Methoden, die frei von jeglichen ideologischen oder religiösen Zwängen an die Bedürfnisse des/der Yoga-Übenden anpassen werden können.

Gruppenunterricht: Im Gruppenunterricht lege ich den Fokus immer wieder auf verschiedene Themen (z.B Atmung, Meditation, Rezitation, theoretische Grundlagen etc.). Dadurch können verschiedene Übungen und Techniken kennengelernt, sowie durch die wöchentliche Wiederholung eine Regelmäßigkeit im Üben aufrecht erhalten werden. Der Gruppenunterricht stellt zusätzlich eine gute Ergänzung zum Einzelunterricht dar.

Einzelunterricht: Traditionell wurde Yoga immer im Einzelunterricht unterrichtet, denn jeder Körper ist anders gebaut und benötigt entsprechend unterschiedliche Übungen. Genauso gilt dies für unser psychisches Befinden und unser Bewusstsein. In einer Einzelstunde können Übungen direkt auf die jeweilige Person und ihre Bedürfnisse angepasst und die richtigen Übungen ausgesucht werden. Der persönliche Nutzen ist in dieser Hinsicht am größten, da längerfristig nur mit den richtigen Übungen produktiv an den eigenen Themen und körperlichen Blockaden gearbeitet werden kann.